Schlusslicht-Platz erfordert dringend Selbstkritik

Reaktion
Schlusslicht-Platz erfordert dringend Selbstkritik

Herzberg. Die Landtagsabgeordnete Iris Schülzke (fraktionslos) und Landratskandidatin für Elbe-Elster reagiert auf das jüngste Kreis-Ranking.

Elbe-Elster kann mehr, sagt Iris Schülzke aus Schlieben (MdL/fraktionslos), die sich für das Rennen um den Posten als Landrätin angemeldet hat. Das jüngste Focus-Kreisranking sieht den Landkreis als ein Schlusslicht im Deutschland-Vergleich.

„Die rote Laterne zu verwalten, kann nicht Lohn der fleißigen Menschen und Aufgabe der Verwaltungen  im Landkreis Elbe- Elster sein“, erklärt Iris Schülzke. Die Politikerin hält „Selbstkritik“ für „dringend angesagt“. Elbe-Elster stehe so schlecht da, weil die geringen Einkommen statistisch hart zu Buche schlügen. Die Region könne nicht darauf warten, dass ein großes Industrieunternehmen gezielt den Landkreis aufsuche,  um Standorte bitte und großzügige Tarife wie in Stuttgart zahle. Dies, so vermutet Schülzke, scheine in mancher Amtsstube die Erwartung zu sein.

Die Verluste an Einwohnern und Infrastruktur seien unbestritten. Aber Iris Schülzke betont: In Elbe-Elster sind in den vergangenen Jahren wieder mehr Kinder geboren, junge Menschen ziehen zu, Rückkehrer werden freudig begrüßt – und die Prognosen des Landes sind nicht eingetroffen. „Elbe-Elster ist da besser“, sagt sie. Allerdings orientiert sich das Kreis-Ranking an den nackten statistischen Daten. Der Vergleich entspricht der Realität.

„Die Einwohner dürfen erwarten, dass zumindest mit der allgemeinen Entwicklung  schrittgehalten wird“, erklärt die Politikerin. Infrastruktur, Straßen, schnelles Internet, Bauplätze für Wohnungen, Kindertagesstätten und Schulen sind flott zu halten. Erheblichen  Nachholbedarf beklagt Iris Schülzke bei vielen Straßen, die „in einem Zustand von 1987 und in zukünftigen Planungen noch  gar nicht berücksichtigt“ seien.  „Wasser und Energie sind viel teurer als in anderen Regionen, Mobilfunk wird von Funklöchern dominiert und schnelles Internet, da hat Elbe-Elster die geringste Summe aller Landkreise als Förderung beantragt, als ob es kaum Bedarf gibt“, kritisiert sie. Entwicklung im Elbe-Elster-Land habe anders auszusehen.