Land kümmert sich nicht um seine Häuser in Löhsten

Herzberg/Potsdam – 08. Dezember 2017

Gebäude sind baufällig / Bürger wollen helfen, aber BLB reagiert nicht / Anfrage an die Landesregierung

Die Landtagsabgeordnete Iris Schülzke (BVB/Freie Wähler) informiert über eine Kleine Anfrage an die Landesregierung zu Landesgrundstücken im Herzberger Ortsteil Löhsten. Es geht um zwei bebaute Grundstücke in der Ortsmitte, die sich im Eigentum des Landes Brandenburg befinden.
Das ist zum einen die ehemalige Fachwerkgaststätte, für die das Land das Aneignungsrecht erworben hat, weil die Erben auf das Erbe verzichtet haben. Das zweite Grundstück ist das mit der Hausnummer 36, das der ehemalige Hausbesitzer an das Land Brandenburg abgetreten hat.
Dieses Haus sowie das Nebengebäude auf dem Grundstück 36 seien einsturzgefährdet, erklärt die Abgeordnete. Dachziegel würden bei Sturm abgetragen und auf das Nachbargrundstück geschleudert.
Mehrfach seien von Bürgern des Ortes Rücksprachen mit dem zuständigen brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) geführt worden, um die Situation zu verbessern bzw. der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Doch bisher ohne Erfolg. Es gab die Aussage, dass dafür keine Gelder vorhanden sind, so Iris Schülzke.
Ebenso verhalte es sich mit dem nicht denkmalgeschützten Nebengebäude der ehemaligen Gaststätte. Auch hier sei der Dachstuhl durch Sturm beschädigt, lägen Fürsten und Dachlatten frei und würden Ziegel herunter geschleudert. Für dieses Grundstück, so die Landtagsabgeordnete, sei ebenfalls das BLB zuständig. Doch auch hier werde abgelehnt, finanzielle Mittel bereitzustellen.
„Engagierte Bürger aus Löhsten haben mehrfach angeboten, den Rückbau zu unterstützen und zu helfen, damit keine Gefahr für Kinder oder andere Bürger mehr besteht. Nach Informationen der Bürger sind die Vorschläge und Hinweise bisher nicht aufgegriffen worden“, so Schülzke. Sie habe jetzt in ihrer Kleinen Anfrage konkrete Auskünfte von der Landesregierung erbeten. Sie fragt unter anderem, wer die Haftung übernimmt, wenn Menschen oder Sachwerte Schaden nehmen, wie langfristige Pläne zu den Grundstücken aussehen und welche Bemühungen es gibt, das denkmalgeschützte Haus zu erhalten und Käufer oder Nachnutzer zu finden.
Weiterhin möchte sie wissen, warum die BLB die angebotene Hilfe der Löhstener Bürger nicht annimmt, und warum es von Seiten der BLB keinen Kontakt zum Landkreis Elbe-Elster, zur Stadt Herzberg oder zu den Vertretern des Ortsteiles Löhsten gibt, um eine Lösung für das Problem zu finden? Mit einer Antwort auf ihre Anfrage rechnet Iris Schülzke noch vor Weihnachten.

red/ru

Quelle: lr-online.de

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