Letzter Angriff auf den Kiefernschädling heute bei Massen

Eichholz/ Massen – 07. September 2016

Etwa 600 Hektar sind noch mit Insektizid zu besprühen

Der Großangriff gegen die Kiefernbuschhornblattwespe im Landkreis Elbe-Elster geht am heutigen Mittwoch zu Ende. Vom Gebiet Eichholz sind die Flieger um Einsatzleiter Michael Kopka vom Landesbetrieb Forst Brandenburg gestern zur letzten Etappe nach Massen gewechselt.

Letzter Angriff auf den Kiefernschädling heute bei MassenRundschau-Leser Hellfried Körner hielt den Schädling im Foto fest. Foto: Helfried Körner

Etwa 600 Hektar stehen nach gestriger Voraussicht heute noch auf dem Plan. Doch die Witterung muss wieder mitspielen. „Am Dienstag konnten wir wegen des Nebels erst gegen 10 Uhr beginnen“, sagt Michael Kopka. Er hat seit Tagen permanent besorgte Waldbesitzer und Anwohner der betroffenen Gebiete am Telefon. Was passiert mit den Raupen, die in den Randgebieten der beflogenen Flächen unterwegs sind? So lautet eine Frage aus der Nähe von Bad Erna. „In zehn bis 14 Tagen ist alles vorbei. Die Raupen verpuppen sich“, sagt der Fachmann. Von einer Anruferin habe er bereits zu Wochenbeginn vom Beginn des Verpuppens gehört. Je nach der Zeit des Schlüpfens tritt diese Phase zeitversetzt ein.
Auf den Vorwurf, dass die Bekämpfung viel früher hätte einsetzen müssen, entgegnet Michael Kopka: „Man kann erst mit der Behandlung beginnen, wenn die Raupen da sind.“ Außerdem sei der Einsatz mit einem hohen Verwaltungsaufwand verbunden. Mehr als 800 Waldbesitzer waren anzuschreiben und mit ihnen Dienstleistungsverträge zu schließen. Wer gerade im Urlaub war, habe unter Umständen schon eine Ordnungsverfügung im Briefkasten vorgefunden. Die Genehmigungen des Pflanzenschutzamtes, das Einbeziehen der Verkehrsämter, all das sei in kürzester Zeit zu erledigen gewesen. Und schließlich habe die Witterung immer wieder zu Pausen bei den Einsätzen geführt.
Wegen der schädigenden Wirkung des Insektizides Karate auf Wassertiere sei zu Gewässern ein Abstand vorgeschrieben.
Sollten ursprünglich etwa 5000 Hektar mit Karate bekämpft werden, so reduzierte sich die Fläche inzwischen auf 2830 Hektar. Die Befürchtung, es würden große Flächen Wald komplett absterben, teilt Michael Kopka nicht. „Geht man dicht an die Bäume heran, so sieht man immer noch grüne Nadeln. Damit kann man mit dem Austreiben im Frühjahr rechnen. Einzelne Bäume werden absterben, aber keine ganzen Bestände“, sagt der Experte.
Das eingesetzte Mittel habe seine Wirkung jedenfalls sofort entfaltet. An einem Tag geflogen – und am darauffolgenden Tag seien bei Proben auf ausgelegten Laken zwischen 150 und 15 000 Raupen auf einem Quadratmeter gelandet. Das genaue Ausmaß der Schäden werde erst in der weiteren Beobachtung der Flächen deutlich werden. Diese werde wissenschaftlich vom Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde begleitet. „Wie viele Hektar tatsächlich betroffen sind, wissen wir im Moment noch gar nicht. Schwerpunkt war jetzt das Bekämpfen der Flächen, die in diesem Jahr vom zweiten Fraß betroffen sind.“
Indes ergriff die Beunruhigung über das Ausmaß des Befalls auch die Landtagsabgeordnete Iris Schülzke (BVB/ Freie Wähler) aus Schlieben.
In einem Brief an Minister Jörg Vogelsänger weist sie darauf hin, „dass der Raupenbefall vor wenigen Jahren im Bereich Hohenbucko zum Absterben von etwa 17 Hektar Kiefernwaldfläche führte“. Schülzke möchte wissen, wie groß die Folgeschäden, besonders in den regenarmen Gebieten, eingeschätzt werden. Das, so kündigt Michael Kopka an, werde man sich auch aus der Luft anschauen und die Betroffenheit in verschiedenen Graden erfassen. Ein kalter Winter und das Auftreten von natürlichen Gegenspielern der Kiefernbuschhornblattwespe könnten sich positiv auswirken.

Gabi Böttcher

Quelle: lr-online.de